Der neue Messzyklus WLTP auf einen Blick

Das Testverfahren WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure) wurde im September 2017 mit dem Ziel eingeführt, den Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen realitätsnaher abzubilden. In der Vergangenheit wurde der Verbrauch mit dem NEFZ Verfahren ermittelt. Da dieses vorrangig als theoretische Messfahrt zur Ermittlung von Schadstoffemissionen entwickelt wurde, lag der tatsächliche Verbrauch von Pkws oft über dem ermittelten Wert.

In unserem Special werden die wichtigsten Fragen rund um das Thema WLTP beantwortet

Das neue WLTP Verfahren ist in der Lage, diverse Modelle verschiedener Hersteller zu vergleichen, unabhängig von Testlabor und Prüfstand. Dadurch dass es Fahrdaten nutzt, die auf Strecken in 14 Ländern empirisch erhoben wurden, bildet es den Verbrauch von Fahrzeugen unter verschiedensten realen Bedingungen ab. Seit September 2017 ist das neue Verfahren verpflichtend für die Typengenehmigung neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge.

Im Vergleich zu dem seit den 1990er Jahren gültigen NEFZ zeichnet sich WLTP vor allem dadurch aus, dass es weitaus repräsentativer ist, da es wichtige Faktoren wie Fahrtwiderstände oder Sonderausstattungen berücksichtigt, die bisher ignoriert wurden.

Dies gilt auch für Plug-in-Hybride und Elektroautos. Diese müssen in Zukunft auch nach WLTP getestet werden, um eine Zulassung zu erhalten.

Bereits im vergangenen Herbst wurde der WLTP für die Typengenehmigung neuer Pkw-Typen zur Voraussetzung. Ab September dieses Jahres müssen WLTP-Messungen für alle neu zugelassenen Pkw und leichten Nutzfahrzeugmodelle vorliegen. Ab 2019 gilt WLTP auch für alle größeren leichten Nutzfahrzeuge.

Für Autofahrer ist es wichtig zu wissen, dass die mit WLTP ermittelten CO2-Werte fallen höher aus, was Einfluss auf die Kfz-Steuer hat. Eine Anpassung der Steuersätze zum 1. September 2018 wurde bereits unabhängig von den neuen Werten beschlossen.

Die WLTP-Messwerte werden in Zukunft auch eine wichtige Rolle bei der Festlegung von Effizienzklassen von Pkw spielen. Ebenso relevant werden sie für die Ermittlung von Flotten-Emissionsgrenzwerten sein, welche für die gesamte Fahrzeugflotte eines Herstellers gelten. Da diese bereits bis zum Jahr 2020 nach NEFZ definiert sind, schreibt die EU ein neues Umrechnungsverfahren vor.