Unsere Städte: Labore der Zukunft

Quelle: Audi

Immer mehr Menschen leben in urbanen Räumen, die Zahl der Megacitys wächst. Innovative Mobilitätskonzepte sorgen dafür, dass auch große Städte lebenswert bleiben.

Wer in Mexico City mit dem Auto unterwegs ist, braucht Nerven aus Stahl. Die durchschnittliche Geschwindigkeit liegt hier bei 6 km/h, zur Arbeit sind die Bewohner der Stadt pro Tag im Schnitt drei Stunden unterwegs. Solche Ausmaße hat der Verkehr in Deutschland noch nicht angenommen. Doch auch hierzulande stehen Autofahrer im Schnitt jedes Jahr 38 Stunden im Stau. In Städten wie Stuttgart, Karlsruhe oder Köln sind es noch wesentlich mehr.

Einem UN-Bericht zufolge werden im Jahr 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Im Jahr 1950 war es nur ein Drittel, innerhalb von hundert Jahren wird sich diese Zahl also verdoppelt haben. Auch die Zahl der Megacitys mit mehr als zehn Millionen Einwohnern wächst. Um den Verkehrskollaps in diesen Ballungszentren abzuwenden, um Verschmutzung und Lärm nicht Überhand nehmen zu lassen, brauchen wir weiterhin innovative Lösungen für die Mobilität von morgen.

Ein Ziel, viele Verkehrsmittel

Vor allem die sogenannte multimodale Mobilität kann helfen, Verkehr in Städten effizienter zu organisieren. Das Prinzip ist uns im Alltag bereits wohlvertraut: Wir wählen und verknüpfen oftmals verschiedene Verkehrsmittel miteinander. Ob Bus, Bahn, Fahrrad, Carsharing oder das eigene Auto – entscheidend ist nicht mehr, womit man unterwegs ist, sondern dass man auf dem effizientesten Weg ans Ziel kommt. Und ein neuer Weg der multimodalen Mobilität zeigt sich, seitdem Apps dabei unterstützen können, anbieterunabhängig die schnellste oder bequemste Route zu finden, Transportmittel zu reservieren und das vereinfachte Bezahlen zu ermöglichen. Zudem kann die individuelle Reisekette aufgrund von Echtzeit-Informationen flexibel angepasst werden. Die deutschen Automobilhersteller bieten eine Vielzahl solcher multimodalen Angebote. Zusammen mit Start-ups und anderen Technologieunternehmen entwickeln die Unternehmen ständig neue Ideen für Mobilitätsdienste im urbanen Raum.

Ebenfalls werden Fahrzeuge durch elektrische Antriebe, intelligente Vernetzung und die Automatisierung von Fahrfunktionen immer citytauglicher: Viele moderne Modelle sind bereits auf den Straßen in den Metropolen der Welt unterwegs, in den kommenden Jahren werden wir uns immer weiter dem idealen Stadtauto nähern.

Auch das Carsharing, also das Konzept „ein Auto – mehrere Nutzer“, kann dazu beitragen, den wachsenden Verkehr in Städten handhabbar zu halten und die Infrastruktur zu entlasten. Denn besser ausgelastete Fahrzeuge sorgen für weniger Emissionen und Lärm. Das Ziel der deutschen Automobilhersteller bis zum Jahr 2020: Es soll in den zwanzig größten deutschen Städten mindestens eine freefloating Carsharing-Option geben. Vor allem das stationsunabhängige Car-Sharing, bei dem der Fahrer sein Auto einfach an der Straße parken kann, anstatt es an einer Station abgeben zu müssen, kommt bei den Kunden an. Seitdem die deutschen Hersteller dieses flexible Konzept anbieten, entscheiden sich immer mehr Nutzer dafür.

Besser vernetzt

Auch die zunehmende Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit der Umgebung macht den Verkehr in unseren Städten effizienter und komfortabler: Autos, die mit Ampeln kommunizieren, können Grünphasen besser nutzen. Intelligente Verkehrsmanagementsysteme können die Daten der Fahrzeuge in Echtzeit auswerten und den Fahrern bei Staus alternative Routen vorschlagen oder sie zu freien Parkplätzen leiten. Rund ein Fünftel aller Staus und ein Drittel des durch die Parkplatzsuche verursachten Verkehrs könnten durch vernetztes Fahren vermieden werden. Die Technik dafür steht bereits in den Startlöchern.

Wo Menschen auf engem Raum leben, ist der Bedarf für intelligente Mobilitätslösungen besonders hoch. Und Städte sind auch Zukunftslabore: Hier können und müssen wir jetzt herausfinden, was neue Technologien leisten können und wie wir den Verkehr effizienter, menschen- und klimafreundlicher organisieren können. Mit ihrer Entwicklungs- und Innovationsarbeit wird die deutsche Autoindustrie die lebenswerte Stadt der Zukunft entscheidend mitprägen.

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