Sichere Mobilität wächst mit dem Schutz für Daten

Automatisierung und Vernetzung machen den Verkehr sicherer. Ihre Grundlage sind Daten – und auch die müssen geschützt werden.

Autos gewinnen immer neue Fähigkeiten hinzu: Mittels innovativer Fahrassistenzsysteme können sie Gefahren erkennen und in kritischen Situationen selbstständig bremsen. Durch den Austausch von Informationen mit anderen Autos oder mit der Verkehrsinfrastruktur, der so genannten Car-to-X-Kommunikation (C2X), können Fahrzeuge künftig zudem Gefahren bereits erkennen, bevor sie zur Bedrohung werden.

Diese fortschreitende Automatisierung und Vernetzung wird den Verkehr deutlich sicherer machen: Bis zu 6,5 Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Kosten durch Verkehrsunfälle könnten jedes Jahr allein durch die flächendeckende Verbreitung von C2X eingespart werden.

Diese technologischen Umwälzungen in der Automobilindustrie verändern auch das Wesen der Fahrzeuge. Sie ähneln immer mehr rollenden Computern. In einem modernen Auto stecken schon heute im Schnitt rund 100 Millionen Zeilen Programmiercode. Dass sie immer mehr Fähigkeiten und Funktionen haben, bedeutet auch, dass sie immer mehr Daten sammeln und verarbeiten. Experten gehen davon aus, dass automatisierte Fahrzeuge 300 Gigabyte an Daten erzeugen werden – pro Stunde.

Schutz vor Missbrauch und Manipulation

Das sind zum einen technische Daten über das System, die vor allem dazu dienen, Fehlfunktionen zu erkennen und beheben zu können. Sie werden in der Regel nur kurzzeitig gespeichert. Heutzutage enthält ein Auto im Schnitt etwa 80 Steuerungsgeräte, die über Sensoren Informationen sammeln. Im Zuge der umfassenden Vernetzung bleiben die Daten häufig nicht mehr im Auto, sondern können über Schnittstellen wie WLAN, Sim oder USB übertragen werden.

Die Digitalisierung der Fahrzeuge ist eine Herausforderung für die Automobilindustrie: Sie muss dafür sorgen, dass die immer vielfältiger und mobiler werdenden Daten sicher sind vor Missbrauch und Manipulation. Außerdem müssen die Schnittstellen, über die Fahrzeuge mit ihrer Umgebung oder Internetdiensten kommunizieren, ausreichend gegen Angriffe von außen geschützt sein.

Datenschutz und Transparenz

Die deutsche Automobilindustrie hat IT-Sicherheit zu einem festen Bestandteil im Entwicklungsprozess gemacht. Stresstests mit unabhängigen Experten gehören ebenso dazu wie die Verwendung von verschlüsselten Verbindungen für webbasierte Dienste. Außerdem werden fahr- und sicherheitsrelevante Funktionen in der Regel von anderen Bereichen wie Infotainment-Systemen getrennt und von Firewalls geschützt, um Einfallstore für Hacker zu vermeiden.

Ebenso wichtig ist es, dass verantwortungsvoll mit den anfallenden Daten umgegangen wird. Die Mitgliedsunternehmen des VDA haben daher im Jahr 2014 gemeinsame Datenschutzprinzipien für vernetzte Fahrzeuge erarbeitet.

Dazu gehören Transparenz, Selbstbestimmung und Datensicherheit. So sollen Kunden stets die Möglichkeit haben, sich darüber zu informieren, welche Daten in ihrem Fahrzeug erhoben werden und warum. Außerdem sollen sie jederzeit Dienste deaktivieren und gespeicherte Daten löschen können. Daten werden nur dann übermittelt, wenn eine gesetzliche Erlaubnis oder eine Einverständniserklärung vorhanden ist.

Mit diesen Prinzipien hat die deutsche Automobilindustrie die Grundlagen für eine sichere Mobilität von morgen geschaffen – auf der Straße und im vernetzten Fahrzeug.

 

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