Design trifft Digitalisierung

Volkswagen Future Center Potsdam

Volkswagen Future Center Potsdam

Volkswagen AG

In Potsdam arbeiten Designer und Digitalisierungsexperten des Volkswagen Konzerns gemeinsam am Auto der Zukunft.

Wer das Volkswagen Group Future Center Europe besucht, findet sich nicht in den typischen Räumen eines Konzerns wieder. In den Büros stehen Glaswände voller bunter Post-its, dazwischen sieht man mit Bildschirmen versehene Autofragmente mit Sitzen und Lenkrad. In einer großen Halle sind mit Virtual-Reality-Brillen ausgestattete Simulatoren aufgebaut. Es herrscht Startup-Atmosphäre. Mit unkonventionellen Methoden gehen hier Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen Hand in Hand der Frage nach: Wie sieht das Fahrzeug der Zukunft aus? „Die Digitalisierung beeinflusst die Gesellschaft und das Unternehmen Volkswagen – und damit auch unsere Designstrategie“, sagt Peter Wouda, Director Vehicle Design des Volkswagen Group Future Centers Europe.

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Fahrzeuge und ihre Nutzung aus? Welche Funktionen werden in Zukunft wichtig sein? Wie wird man sie bedienen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein junges, inspiriertes und bunt gemischtes Team. Einige Mitarbeiter haben nicht nur eine technische, sondern zusätzlich auch eine künstlerische oder gestalterische Ausbildung. Das moderne, minimalistische Gebäude am Tiefen See in Potsdam wurde 2016 zu einem von drei Volkswagen Group Future Centern ausgebaut, die anderen stehen bei San Francisco und in Peking. Der Mix der Disziplinen und Kulturen soll helfen, die Perspektive zu erweitern und neue Lösungsansätze zu finden. Denn die Herausforderungen sind groß.

Das vollautomatisierte Fahren wird sicher die Erwartung der Nutzer an Verwendung und Funktionen ihres Fahrzeugs grundlegend verändern. „Wenn die Insassen sich nicht mehr auf das Fahren konzentrieren müssen, werden ganz neue Erlebnisse möglich“, sagt Peter Wouda. „Wir müssen uns fragen, wie wir in Zukunft mit Zeit und Raum umgehen, wenn es um individuelle Mobilität geht. Da können wir ganz neue Felder beschreiten und gestalten.“ An einer Wand im Future Center hängen Ideen und Entwürfe für solche Konzepte. Zu sehen ist unter anderem ein Auto, das ganz ohne Lenkrad und Pedale auskommt.

Johann Jungwirth Volkswagen AG

Johann Jungwirth im Volkswagen Future Center Potsdam. Quelle: Volkswagen AG

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Das Fahrzeug der Zukunft wird sich in Bezug auf Interface-Design, Bedienlogik, Innenraumkonzept sowie Info- und Entertainmentangebote grundlegend verändern, wenn der Mittelpunkt nicht mehr das Autofahren an sich ist. Bei der Entwicklung neuer Konzepte steht dabei im Future Center immer das Erlebnis der Insassen im Vordergrund. Volkswagen setzt auf die konsequente Verzahnung von Fahrzeugdesign und UX Design, sprich dem Nutzererlebnis.

Ein stückweit müssen die Experten des Future Centers die Zukunft antizipieren. Um das zu fördern, stehen zwischen den Büros sogenannte „Sitzkisten“. Autositze und Lenkrad sind nur angedeutet, über angebrachte Screens und Sensoren probieren die Mitarbeiter hier neue Entwicklungen direkt aus. „Wir wollen alle Ideen auch direkt erlebbar machen“, sagt Wouda. Beeindruckende Beispiele: In einem Autosimulator – aus Holz, Filz und Kunststoff gefertigt – kann man durch Bewegung der Augen ein Interface bedienen. In einem anderen, offenen Simulator betrachtet man über eine Virtual-Reality-Brille auf Knopfdruck verschiedene Auto-Innenräume. So können Designer an verschiedenen Standorten Entwürfe gemeinschaftlich bewerten und gestalten.

Im Future Center geht es darum, Wissen und Entwürfe schon in frühen Stadien zu teilen, kollaborativ zu arbeiten, auch über Marken- oder Abteilungsgrenzen hinweg. Auch Chefbüros gibt es in Potsdam übrigens nicht mehr: Aus ihnen sind längst Besprechungs- und Arbeitsräume geworden, in denen der Volkswagen Konzern an der Zukunft der individuellen Mobilität arbeitet.

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